Kulinarisch durchs Piemont
Ein kulinarischer Streifzug durch das Piemont
Eindrücke und Begegnungen aus Turin und der Langhe
Auf unseren Reisen durch das Piemont haben wir uns von der Vielfalt und Tiefe dieser einzigartigen Region inspirieren lassen. Zwischen sanften Hügeln, Weinbergen und kleinen Trattorien begegneten wir Menschen, die mit Leidenschaft und Respekt für ihre Produkte kochen. Wir kosteten aromatische Haselnüsse aus den Langhe, frische Trüffel aus Alba und kräftige Weine aus Barolo und Barbaresco – jeder Bissen und jeder Duft erzählte eine Geschichte. Aus diesen Eindrücken ist das folgende Menü entstanden: eine persönliche Hommage an die piemontesische Küche, in der Tradition und neue Inspirationen – auch aus anderen Regionen Italiens – miteinander verschmelzen.
Aperitivo
Arancini · Sardine & Tomate · Feigen & Rote Bete
Unsere Reise beginnt in Turin, wo sich in den Gassen zwischen Jugendstilfassaden und alten Kaffeehäusern der Duft von frittiertem Reis und Tomaten mischte. Arancini, goldbraun und knusprig, eröffneten unser Menü – kleine Erinnerungen an süditalienische Wurzeln, doch mit piemontesischem Herz serviert. Gleich danach folgte eine überraschend frische Kombination: Sardine mit Tomate, deren salzige Schärfe sich mit der Süße des Sommers verband. Den Abschluss des Aperitivo bildete ein feines Spiel aus Feigen und Roter Bete – erdig, samtig, beinahe poetisch.
Vitello Tonnato
In fast jedem Restaurant begegnete uns anschließend das Vitello Tonnato, jener Klassiker, der in Turin allgegenwärtig ist. Unsere eigene Variante aber trägt die Signatur des Weinguts Fontanafredda, das uns einst mit einer modernen Interpretation dieses Traditionsgerichts überraschte – zartes Kalbfleisch, cremige Thunfischsauce, elegant und leicht zugleich.
Battuta di Fassona
Kaum ein Gericht verkörpert das Piemont so sehr wie das Battuta di Fassona – feinst geschnittenes piemontesisches Rindstatar, bei Familie Cantamessa in vollendeter Perfektion zubereitet. Die milde bagna bianca, eine weiße Knoblauchcreme, und ein Tropfen ihres besten Olivenöls gaben diesem Gang eine stille Noblesse, die man nur findet, wo Handwerk und Herz verschmelzen.
Agnolotti del Plin
Bei Carlo Zarri in Cortemilia lernten wir die berühmten Agnolotti del Plin kennen – kleine, kunstvoll gefaltete Teigtaschen aus dem Piemont. Besonders spannend war, dass Carlo uns live die Herstellung zeigte, von der Füllung bis zum typischen „Plin“-Drücken, bei dem die Teigtaschen ihre charakteristische Form erhalten. So wurde nicht nur ihr Geschmack, sondern auch die Handwerkskunst dahinter für uns erlebbar.
Filetto di maiale al Nebbiolo
Von Carlo stammt auch die Inspiration zum Hauptgang: Filetto di maiale al Nebbiolo. Zart gegartes Schweinefilet, umhüllt von einer Sauce aus karamellisiertem Nebbiolo-Wein, begleitet von grillierten Paprika mit einem Hauch Piment und seidigem Selleriepüree mit schwarzem Trüffel. Ein Gericht, das die Landschaft in sich trägt – Weinberge, Erde, Rauch, Sonne.
Pre-Dessert
Hausgemachte Bergamotte-Praline mit einem Dark Spice-Shot (alkoholfrei).
Ein aromatischer Zwischenton, der den Gaumen auf das Finale vorbereitet.
Die Bergamotte aus Kalabrien, eine aromatische Zitrusfrucht mit feinem, blumig-herbem Duft, findet auch im Piemont Verwendung. Dort wird sie geschätzt, um traditionellen Gerichten eine elegante, frische Note zu verleihen.
Dolce
Torta di nocciole del Piemonte
Piemontesischer Haselnusskuchen mit Zabaione und Mandarinensorbet
Und dieses Finale gehört natürlich der Torta di nocciole del Piemonte. Jener unvergleichlich aromatische Haselnusskuchen, serviert mit Zabaione und Mandarinensorbet. Das Rezept des berühmten Originals aus der Bäckerei Cannobio in Cortemilia blieb uns verwehrt – Giuseppe, der alte Meister, hat uns nur ein paar Tipps mit einem Augenzwinkern gegeben, als würde er sagen: „Das Geheimnis bleibt im Piemont.“
Bicerin di Torino · Torrone
Mitten in Turin liegt das Caffè Al Bicerin, das älteste Café der Stadt, wo seit 1763 der legendäre Bicerin serviert wird – eine verführerische Mischung aus Espresso, Schokolade und Sahne. Auch im Januar war die Beliebtheit ungebrochen: Wir standen 40 Minuten an, bis wir endlich einen Platz ergattern konnten. Die Wartezeit lohnte sich jedoch: Jeder Schluck spiegelte die reiche Geschichte und die unverwechselbare Atmosphäre dieses traditionsreichen Hauses wider und machte unseren Besuch zu einem echten Höhepunkt der Reise.
Dazu servieren wir Torrone, das klassische piemontesische Nougat, zart und nussig, ein süßer Gruß, der den Geschmack des Piemont auf den letzten Bissen trägt.






















